Clubhouse, TikTok und der Trend zu Corporate Influencern

Ob der Clubhouse-Boom wirklich nachhaltig ist, weiß aktuell noch niemand. Was aber auffällt: Clubhouse ist schon das zweite Netzwerk, das Brands sehr grundsätzlich vor neue Herausforderungen stellt.

Bislang hat es auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter gut funktioniert, als Brand zu interagieren. Ob ein Post von einem Unternehmen oder einer Person kam, hat zwar teilweise zu Unterschieden bei den Interaktionsraten geführt, aber nicht unbedingt die Reichweite oder Wahrnehmung der Marke beeinflusst.

Mit TikTok ist dieses Prinzip zum ersten Mal schwieriger geworden: Der regelmäßige Kontakt zu einem realen Menschen / Personal Brand ist dort wesentlich wichtiger als auf Instagram oder Facebook, für die perfekt durchchoreografierte, aber anonyme CD-Präsentation bleibt weniger Raum.

Bei Clubhouse sieht es nicht anders aus: Auch bei diesem Netzwerk brauchen Unternehmen eine echte Stimme, die für das Unternehmen spricht, ein tiefergehendes Branding ist aktuell nicht umsetzbar.

Wenn dieser Trend weiter anhält, gewinnen Corporate Influencer weiter an Bedeutung: Menschen, die mit ihrem eigenen Gesicht und ihrer Stimme das Unternehmen repräsentieren wollen und vom Unternehmen genügend Ressourcen bekommen (Equipment, Zeit, Fortbildungen).

Für Unternehmen wiederum ist es eine heikle Angelegenheit, sich auf eine Person als Stimme des Unternehmens festzulegen: Was passiert, wenn der Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt, ggfs. sogar zum Konkurrenten wechselt? Oder gar zweifelhafte Äußerungen von sich gibt, die das Unternehmen diskreditieren? Die Strahlkraft des Influencers richtet sich in solchen Fällen auch gegen das Unternehmen.